Bifaziale Stromgewinnung: zusätzlicher Ertrag über die Modulrückseite
Die Solarmodule wandeln nicht nur direkt einfallendes Sonnenlicht auf der Vorderseite in Strom um. Ihre aktive Rückseite nutzt zusätzlich Licht, das beispielsweise vom Boden oder aus der Umgebung reflektiert wird. So kann dieselbe Dachfläche mehr Strom erzeugen als mit ausschließlich vorderseitig aktiven Modulen.
Wie hoch dieser zusätzliche Ertrag ausfällt, hängt unter anderem von der Reflexion des Untergrunds, der Einbauhöhe und der Verschattung der Modulrückseite ab.
Aufbau und Modulanordnung
Das System besteht aus längs verlaufenden VOLTRAIL-Schienen, eingeschobenen PV-Modulen und Querrinnen zwischen den Modulstößen. Bei dieser Ausführung stehen die Module im Hochformat; zwei Module liegen hintereinander in Richtung der Dachtiefe. Eine Verlegung im Querformat ist für dieses System nicht vorgesehen.
Über die Auswahl „Anzahl der Module“ bestimmen Sie die Gesamtzahl der Solarmodule. Je 2 Module bilden eine Modulbahn in Richtung der Dachtiefe. Mit der Gesamtzahl ändern sich Dachbreite und elektrische Gesamtleistung. Die Dachtiefe bleibt bei dieser Ausführung gleich.
Wasserführung und geschlossene Modulstöße
Die Querrinnen nehmen Regenwasser an den quer verlaufenden Modulstößen auf und führen es in die Entwässerungskammern der Längsschienen. Das aufgeklebte EPDM-Band verschließt die Querstöße zusätzlich gegen eindringende Feststoffe. Der Regenschutz bleibt auch ohne diese Bänder bestehen.
Bei 10° Dachneigung erreicht das System eine gute Wasserabführung. Bei abweichenden Dachneigungen müssen mögliche Staueis- und Tropfenbildung gesondert berücksichtigt werden. Der Anschluss an eine bauseitige Regenrinne und ein Fallrohr erfolgt im Zuge der Fertigstellung.
Anbindung an die Pfetten
Die passende Anschlussausführung richtet sich nach der vorhandenen Trägerform, den Anschlussmaßen und der projektspezifischen Bemessung. Das System kann auf entsprechend ausgelegten Unterkonstruktionen aus Holz, Stahl oder Aluminium montiert werden.
Die Schienen besitzen ein Höhenspiel, das das Einschieben der Module erleichtert. Mit den mitgelieferten Distanzplatten lässt sich nach Montageanleitung eine kontrollierte Vorspannung der Schienen herstellen, um die linienförmige Auflage der Module sicherzustellen.
Schneelastausführung und statische Planung
Wählen Sie die Schneelastausführung entsprechend den Anforderungen des Aufstellorts. Bei den Modulen für hohe Schneelasten ist eine Querstrebe je Modul erforderlich und im Lieferumfang enthalten.
Die Auswahl „Hoch“ oder „Gering“ ersetzt keine statische Bemessung. Module, Schienen, Pfetten und Anschlüsse müssen gemeinsam unter Berücksichtigung der örtlichen Wind- und Schneelasten geplant werden.
Für gewerbliche Bauprojekte und stark frequentierte Bereiche
Ob über Stellplätzen, Verkehrsflächen oder anderen regelmäßig genutzten Bereichen: VOLTRAIL verbindet Wetterschutz mit Stromerzeugung. Die Schlagregenprüfung und die Zulassung als Dachverglasung für den Überkopfbereich machen das System besonders für Bauträger, Projektentwickler und Architekten interessant.
Der Einsatz erfolgt innerhalb des Geltungsbereichs der ABG/ABZ. Die konkrete Ausführung wird auf die Unterkonstruktion sowie die örtlichen Wind- und Schneelasten abgestimmt.